Ernährung

Gesundes und nachhaltiges Essen in Schule, Kita & Co.

03.11.2022 – 17 Millionen Menschen essen täglich in Schulen, Krankenhäusern und anderen Gemeinschaftseinrichtungen. Welche Pläne gibt es für die Qualität dieses Essens? Das wollte die Unionsfraktion von der Bundesregierung wissen.
Jugendliche beim Essen in der Schulmensa
Mit Schulessen kann man sehr unterschiedliche Erfahrungen machen. © shutterstock.com/Dmytro Zinkevych

Hat eure Schule eine Kantine? Und was gibt es dort zu essen? Eher Pizza und Pommes oder Gemüsepfanne und Salattheke? Die Angebote sind sehr unterschiedlich.

Die Ampel-Koalition hat sich vorgenommen, bestimmte Standards für die Gemeinschaftsverpflegung festzulegen. Denn immerhin essen deutschlandweit täglich 17 Millionen Menschen in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung, also etwa in Schulen, Kitas, Krankenhäusern oder Seniorenheimen.

Im Koalitionsvertrag steht: „Wir werden die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung aktualisieren und in der Gemeinschaftsverpflegung als Standard etablieren.“

Wie sieht es nun mit diesen Plänen aus? Dazu hat die Unionsfraktion eine Kleine Anfrage gestellt, die die Bundesregierung nun beantwortet hat.

Was genau ist eine Kleine Anfrage? Was ist der Unterschied zwischen Kleiner und Großer Anfrage? Und wozu ist das Ganze gut? Antworten bekommt ihr in unserem Erklärvideo zum Thema:

Die Kleine Anfrage der Union

Aus Sicht der CDU/CSU-Fraktion haben Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen eine Vorbildfunktion in Sachen Ernährung. Sie „können durch positive Impulse für Veränderung im Hinblick auf Koch- und Ernährungsmuster eine große Rolle für das Ernährungsverhalten ihrer Gäste einnehmen", heißt es in der Kleinen Anfrage. Und da Ernährungsgewohnheiten eine wichtige Rolle für die Gesundheit spielen, sollte das Thema ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitspolitik der Bundesregierung sein, findet die Fraktion.    

In der Anfrage stellt sie der Bundesregierung deshalb verschiedene Fragen zur Ernährungsstrategie, ihren Zielen und konkreten Maßnahmen: Was sind die Schwerpunkte der Ernährungsstrategie der Bundesregierung? Welche Maßnahmen sind geplant? Und mit welchen Kosten ist zu rechnen, wenn die Standards für die Gemeinschaftsverpflegung umgesetzt werden?

Ziel: eine nachhaltige, ökologische Gemeinschaftsverpflegung

In ihrer Antwort schreibt die Bundesregierung, sie halte die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für sinnvoll. Und die lauten? Viel Gemüse, wenig Fleisch, saisonale, regionale und ökologische Lebensmittel.

Darüber hinaus gebe es viele Möglichkeiten, alle Schritte der Gemeinschaftsverpflegung, vom Einkauf bis hin zur Entsorgung der Lebensmittelreste, nachhaltig zu gestalten.

In der Ernährungsstrategie, die die Bundesregierung 2023 vorlegen will, sollen diese Punkte eine wichtige Rolle spielen. So werde es ein Ziel sein, den Anteil der ökologisch angebauten Lebensmittel in Gemeinschaftseinrichtungen von derzeit 18 auf 30 Prozent zu erhöhen.

Allerdings könne der Bund diese Punkte nicht vorschreiben, da die Einrichtungen beziehungsweise deren Träger darüber entscheiden könnten. Der Bund könne aber zum Beispiel über Empfehlungen oder die Förderung von entsprechenden Projekten Einfluss nehmen.

Außerdem wolle die Bundesverwaltung eine „Vorreiterrolle“ einnehmen, indem sie in ihren eigenen Kantinen entsprechende Richtlinien befolgt. Diese seien in Arbeit.

Höhere Kosten für Bio-Essen

Die Bundesregierung räumt ein, dass ein höherer Anteil von Bio-Essen in der Gemeinschaftsverpflegung auch eine Kostensteigerung bedeuten würde. Bei einem Bio-Anteil von 20 Prozent würden die Einkaufspreise voraussichtlich von 1,22 Euro pro Mahlzeit auf 1,32 Euro steigen. Bei einem Anteil von 100 Prozent auf durchschnittlich 2,32 Euro.

Weniger Lebensmittelabfälle

Ein weiteres Thema, das die Union in ihrer Anfrage anschneidet, sich die Lebensmittelabfälle, die in Kantinen und Mensen entstehen. Um sie zu reduzieren, habe die Bundesregierung mit den „maßgeblichen Verbänden der Außer-Haus-Verpflegung" im April 2021 eine Zielvereinbarung zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung um 50 Prozent bis 2030 unterzeichnet. 

Die Bundesregierung verweist zudem auf die Tipps zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen auf der Seite zugutfuerdietonne.de des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Hier könnt ihr die Kleine Anfrage der Unionsfraktion und die Antworten der Bundesregierung nachlesen.

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